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Moderne Industriewäscherei mit automatisierten Produktionsanlagen

Nedlins Wäscherei der Superlative

10.06.2026

Im September 2023 eröffnete Nedlin in Elsloo (NL) eine neue Krankenhauswäscherei. Sie ist eine der modernsten und nachhaltigsten in ganz Europa, weil sie in allen Bereichen die Möglichkeiten von Automation, künstlicher Intelligenz (KI), cleveren Verfahrenstechniken und gutem Arbeitsklima nutzt.

Lesedauer: 4 Minuten

Die neue Krankenhauswäscherei von Nedlin in Elsloo (NL) zählt zu den modernsten Europas. Mithilfe von KI, Robotik und automatisierten Prozessen werden Krankenhaus- und Berufstextilien effizient aufbereitet. Gleichzeitig setzt der Betrieb mit Wasserrecycling, Wärmerückgewinnung und einem um 45 % reduzierten CO₂-Ausstoß neue Maßstäbe in Sachen Nachhaltigkeit.

Im Dreiländereck, wo die Grenzen von Holland mit denen von Belgien und Deutschland zusammentreffen, befindet sich der Hauptsitz von Nedlin. Das im Jahr 1952 ursprünglich als Münzwäscherei gegründete Unternehmen ist längst zu einem bedeutenden Textilservice-Anbieter in den Niederlanden herangewachsen. Von zwei Standorten aus beliefert der Familienbetrieb niederländische Krankenhäuser und Industriebetriebe sowie Hotels in den Niederlanden, Deutschland und Belgien. Aufgrund des stetigen Wachstums in allen Sektoren baut das Unternehmen immer wieder aus: In den Jahren 2018 und 2019 wurden die Kapazitäten für die Bearbeitung von Berufskleidung für Industriekunden erweitert und im September 2023 wurde eine komplett neue Krankenhauswäscherei in Betrieb genommen. Sie entstand auf der gegenüberliegenden Straßenseite des Firmensitzes in Elsloo.

Der Startschuss für den neuen Wäschereibetrieb fiel bereits im Februar 2021, inmitten der Coronazeit. Während der Pandemie stieg die wöchentlich benötigte Wäschemenge der niederländischen Krankenhäuser von 300 t Dienstkleidung und Textilien auf 500 t. Dieser Zuwachs brachte die Wäscherei von Nedlin an ihre Grenzen – die Kapazitäten in den ursprünglichen Räumlichkeiten waren vollends ausgeschöpft. Daher entschieden sich die beiden Inhaber für einen Neubau, der ausschließlich der Aufbereitung von Krankenhaustextilien gewidmet sein sollte. Bei der Planung hatten die Brüder Großes im Sinn: Auf einer Fläche von 20.000 m² sollte eine hochmoderne, nachhaltige Wäscherei entstehen, in der Automation, Künstliche Intelligenz (KI) und clevere Verfahrenstechniken zum Wohl von Mensch und Umwelt optimal genutzt werden sollten.

Der Plan ist aufgegangen: Wie in einem Science-Fiction-Film erledigen Roboter und ein bis unter die Decke der riesigen Halle reichendes, autonomes Lagersystem einen großen Teil der Arbeit. Damit hat das Unternehmen auf ein besonders drängendes Problem reagiert: Wie fast überall in Europa fehlen auch in den Niederlanden Beschäftigte, die bei den zahlreichen Arbeitsschritten „Hand anlegen“. Wo es technisch möglich ist, haben die Inhaber Stef und Luuk de Win daher auf Automatisierung gesetzt. Diese beginnt bereits bei der Wäschesortierung. Hier wird die aus den Kliniken angelieferte Dienst- und Berufskleidung auf Gegenstände, die nicht in den Waschprozess gelangen sollen, durchleuchtet: Acht Roboter vereinzeln die angelieferte Wäsche und führen sie einem Bilderkennungssystem zu. Dabei geht es wie bei einer Personenkontrolle an einem Flughafen zu. Die Technik visualisiert fremde Gegenstände wie Kugelschreiber, Schlüssel, Stethoskope, Infusionsflaschen etc. und schleust die betroffene Kleidung dank KI aus dem Prozess aus. Mitarbeiter nehmen sich dann dem entsprechenden Teil an, entfernen die zurückgelassenen Gegenstände und führen es wieder dem regulären Prozess zu.

König Willem Alexander und die Inhaber von Nedlin, Stef und Luuk de Win
Der niederländische König Willem Alexander (2.v.r.) und die Inhaber von Nedlin, Stef und Luuk de Win am Tag der Eröffnung der neuen Wäscherei ins Elsloo © Jordi Huisman.
Mitarbeitende bedienen automatisierte Wäschesortieranlage
Der hohe Automatisierungsgrad in Nedlins Krankenhauswäscherei schafft Transparenz und entlastet die Beschäftigten © Nedlin.
Automatisiertes Textillager mit Fördertechnik und Regalsystemen
Die aufbereitete Wäsche wird zu Päckchen gebündelt, die auf einem Transportband vollautomatisch zur Lagersektion befördert und in ein zugeordnetes Fach einsortiert werden © Nedlin.
Robotergestützte Anlage zum automatischen Falten von Textilien
Nach dem Waschen und Trocknen übernehmen Faltroboter das Zusammenlegen von Frottierhandtüchern © Nedlin.
Stef und Luuk de Win in ihrer Krankenhauswäscherei
Stef und Luuk de Win in ihrer im September 2023 eröffneten Krankenhauswäscherei, die aufgrund der Nutzung von KI, Automation und innovativen Technologien zu den modernsten Europas zählt © Nedlin.

Die sortierte Ware wird anschließend vollautomatisch durch den Wasch- und Trockenprozess geschleust. Danach geht es ans Zusammenlegen. Auch hierfür setzt Nedlin Roboter ein; sie falten Frottierhandtücher, stapeln sie und binden sie zu kompakten Päckchen zusammen. Die Pakete werden dann auf einem Transportband zur Lagersektion befördert und in ein zugeordnetes Fach einsortiert. Dabei erfasst ein Warenwirtschaftssystem zeitgenau die Lagerbestände. Mittels „first in- first out“-System sorgt es für eine gleichmäßige Entnahme der Wäsche und verhindert die Entstehung von „Lagerleichen“.

Durch den hohen Automatisierungsgrad hat Nedlin die Beschäftigten von sämtlichen „schweren“ Arbeiten entlastet, klassische Handarbeit gibt es im Betrieb kaum noch. „Dank der Roboter haben wir erhebliche Verbesserung der ergonomischen Arbeitsbedingungen erreicht“, sagt in Gert Kaps vom Managementteam Hospitality. „Außerdem sind sie 24/7 einsetzbar, weshalb wir in unserem neuen Betrieb auf Nacht- und Wochenendschichten verzichten können. Wir setzen uns aber auch an anderen Stellen für attraktive Arbeitsplätze und eine bestmögliche Unterstützung unserer Mitarbeiter ein. So ist die Klimatisierung der neuen Halle sommers wie winters auf gleichbleibend angenehme Temperaturen ausgelegt. Das Gebäude ist dafür besonders gut isoliert worden – nach Building Research Establishment Environmental Assessment Methodology (BREEAM) erfüllt es die Güteklasse „Outstanding“ - und mit einem intelligenten Ventilationssystem ausgestattet. Dieses sorgt für frische Luft und transportiert die durch die Aufbereitungsprozesse freiwerdende Wärme und mögliche Sommerhitze ab. Dadurch schaffen wir ein angenehmes Klima in der Halle. Außerdem haben wir zahlreiche Fenster eingebaut, die natürliches Licht ins Gebäude lassen und dadurch zum Wohlbefinden der Mitarbeiter beitragen.“ Damit auch die Anfahrt möglichst leichtfällt, ist Nedlin gut an die öffentlichen Verkehrsmittel angebunden und verfügt über eine eigene Mitfahrzentrale.

Auch im Hinblick auf Ressourcenverbräuche und CO2-Emissionen setzt der neue Wäscherei-Betrieb Maßstäbe. So ist auf dem Dach der Halle ein riesiger Solar-Park entstanden. Mit seinen 2.568 Sonnenkollektoren kann er pro Jahr bis zu 1.170 KWh (1.168.440 Watt Peak (Wp)) erzeugen, die u.a. für das Vorwärmen von Prozesswasser verwendet werden. Der zweite große Faktor für die Verringerung der Klimagase ist die Wärmerückgewinnung. Die Abwärme der Trockner und Mangeln wird über Wärmetauscher geleitet, in denen die heiße Abluft für das Aufheizen des Waschwassers genutzt wird. Das Abwasser selbst wird aufgefangen und mittels einer hochmodernen Wasseraufbereitung wieder in Prozesswasser umgewandelt, wobei zudem ein Teil der Chemikalien zurückgewonnen wird und gefiltertes Regenwasser zugesetzt wird. Durch weitere Maßnahmen kommt der jüngste Betrieb von Nedlin auf eine Umweltbilanz, die sich sehen lassen kann. „Pro Jahr verbrauchen wir 0 Liter Frischwasser, sparen bis zu 22.500 GW Strom ein und senken unseren CO2-Ausstoß um 45% im Vergleich zu 2019. Darauf sind wir sehr stolz“, sagt in Gert Kaps. Das hat auch der niederländische König Willem Alexander so gesehen: Er hatte Nedlins neue Wäscherei im September 2023 feierlich eröffnet!


Dieser Beitrag erschien erstmals in Ausgabe 1/2024 des Kundenmagazins „waschecht“ von Dibella und wurde der Messe Frankfurt freundlicherweise zum Abdruck zur Verfügung gestellt.

Sabine Anton-Katzenbach

Sabine Anton-Katzenbach

Diplom-Textilingenieurin und freie Journalistin

Sabine Anton-Katzenbach begleitet die Textilpflege-Branche seit drei Jahrzehnten und berichtet über deren unterschiedliche Facetten.

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