Überspringen
Wasserperlen auf hydrophobem Textilgewebe

Innovative Hydrophobierung: Myzel als nachhaltige Alternative für Schutzkleidung

08.01.2026

Wasserabweisende Schutzkleidung stellt hohe Anforderungen an Material und Ausrüstung. Gleichzeitig geraten fluorierte Verfahren zunehmend unter Druck. Die Textilforschung untersucht daher biobasierte Ansätze, um Hydrophobie nachhaltiger umzusetzen.

Lesedauer: 2 Minuten

Bei verschiedenen Arten von Schutzkleidung müssen textile Dienstleister sicherstellen, dass definierte Anforderungen an die Wasserabweisung dauerhaft erfüllt werden. Die Hydrophobierung verhindert das Eindringen von Flüssigkeiten in textile Strukturen und trägt dazu bei, die Schutzfunktion über den gesamten Nutzungszyklus hinweg zu erhalten.

In der Praxis kommen dafür bislang überwiegend fluorierte Polymere zum Einsatz. Diese gelten als technisch leistungsfähig, stehen jedoch aufgrund ihrer Umweltpersistenz, möglicher gesundheitlicher Risiken sowie ihrer eingeschränkten Recyclingfähigkeit zunehmend in der Kritik. Zudem rücken regulatorische Vorgaben zur Beschränkung per- und polyfluorierter Chemikalien stärker in den Fokus.

Myzel-basierte Textilausrüstungen als Forschungsansatz

Vor diesem Hintergrund untersucht ein Forschungsprojekt am wfk – Cleaning Technology Institute e. V. nachhaltige, myzelbasierte Textilausrüstungen. Ziel ist es, wasserabweisende Ausrüstungen zu entwickeln, die ohne fluorierte Chemikalien auskommen und zugleich ökologische Vorteile bieten.

Myzel entsteht durch das Wachstum von Fadenpilzen und bildet ein feines, dichtes Netzwerk. Es kann auf landwirtschaftlichen oder industriellen Reststoffen kultiviert werden und gilt als biobasiertes Material mit potenziell günstigen Kreislaufeigenschaften.

Myzelnetzwerk wächst verzweigt im Boden
Myzel als biobasierter Rohstoff für textile Ausrüstungen

Vorteile und Perspektiven

  • Nachhaltigkeit: Myzel als Rohstoff basiert auf natürlichen, erneuerbaren Ausgangsmaterialien und nutzt Neben- und Reststoffe aus der Landwirtschaft.
  • Biologische Abbaubarkeit: Myzel-basierte Materialien sind tendenziell vollständig kompostierbar und verschmutzen Umwelt und Kreisläufe nicht.
  • PFAS-freie Funktionalität: Der Trend in der Textil-Forschung geht zu PFAS-freien Lösungen, die sowohl funktionell als auch umweltverträglich sind.

Bio-basierte Hydrophobierung ohne PFAS

Wasserabweisender Reißverschluss auf Outdoorjacke

Neben myzelbasierten Ansätzen werden in der Forschung auch andere biobasierte Materialien als Alternativen zur fluorierten Hydrophobierung untersucht. Ein Beispiel ist das Forschungsprojekt BIOSUPHYOL, das PFAS-freie Beschichtungen auf Basis von zellulosebasierten Mikrofasern entwickelt.

Der Ansatz kombiniert biobasierte Verbindungen mit funktionellen Strukturen, um wasser- und ölabweisende Eigenschaften ohne Fluorchemie zu erzielen. Die Forschung zeigt, dass PFAS-freie Beschichtungen technisch möglich sind und unterstreicht die Vielfalt biobasierter Lösungswege in der Textil- und Materialforschung.

Fazit

Die Entwicklung von myzel-basierten, hydrophoben Ausrüstungen für Schutztextilien steht exemplarisch für den Wandel in der Textilpflege-Industrie: weg von persistenten, umweltkritischen Chemikalien hin zu biobasierten und kreislauffähigen Lösungen. Während viele Konzepte noch in Forschung und Pilotphasen sind, zeigen sie Potenzial für nachhaltigere Schutzkleidung, die sowohl funktional als auch ökologisch sinnvoll ist.

Weitere Inhalte